MargretSchulze 2„Bei einem Besuch ganz in Familie stießen wir in der eigentlich traditionell humanistisch berühmten ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein beim näheren Hinsehen auf dort durch die Nationalsozialisten ermordete Verwandte. Vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen fielen diesen nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer“, erinnert sich Margret Schulze. „Dann habe ich persönliches und familiäres Interesse mit dem der Öffentlichkeit in einer Besonderen Lernleistung vereint… und dass es am Ende noch einen Preis gab…“ Die 18-Jährige erhielt für ihre Arbeit „‘Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst.‘ Die Krankenmorde im Nationalsozialismus am Beispiel der sächsischen Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein“ einen der fünf ausgelobten Schülerpreise im Rahmen des Wettbewerbes zum 8. Sächsischen Landespreis für Heimatforschung 2015. Ob sie damit gerechnet habe? „Gewisse Chancen hatte ich mir schon ausgerechnet, weil das Thema eine gewisse Aufmerksamkeit einfach verdient hat.“ Insgesamt wurden neun Preise vergeben. Ihre 500 €uro liegen derweil im Sparstrumpf für das kommende Studium (Medizin/Pathologie).

Ein Jahr lang, täglich etwa fast zwei Stunden, dauerte die Recherche. „Nicht nur Googeln, sondern richtiges Literaturstudium, Personen befragen, Vor-Ort-Recherchen, einen eigenen Forscheranteil schaffen… Es war eine tolle Schule fürs Studium“, zeigt sich die Schneebergerin froh, dieses Pensum auf sich genommen und erfolgreich absolviert zu haben. Sechzig Seiten umfasst das Werk, für dessen Titel ein Buch von Jean Baudrillard Pate stand. „Mit so einer Arbeit fühlt man sich danach wie ein Fachmann auf einem speziellen Gebiet, weil niemand zuvor das, ja sein Thema bearbeitet hat“, gibt die brünette Brillenträgerin die Empfehlung an die CWGler: Mit Begeisterung und Spaß an einem Thema eigenständig so tiefgreifend im Rahmen einer Besonderen Lernleistung zu arbeiten, ist eine absolut tolle Erfahrung!

Auch ein weiteres, eigenes Fazit steht für Margret zu Buche: Dass psychisch Kranke ein unwertes Leben führen, dem Staat nur zur Last liegen und darum nach einer Zeit X ihr Leben verwirken, darf niemals wieder so geschehen. Heute dürfe ein Leben auch niemals darin enden, dass gar ein Arzt darüber entscheide, ob und wann lebenserhaltende Maschinen für immer still stehen. Aktive Sterbehilfe solle verboten bleiben. Sonderregelungen biete, wenn überhaupt, eine Patientenverfügung.

Derzeit absolviert die angehende Medizinstudentin ein freiwilliges soziales Jahr im HBK, Außenstelle Kirchberg. Möglicherweise gibt´s irgendwann wieder was von ihr zu lesen, so ihre Doktorarbeit ein spezielles Thema beinhaltet?! red

 



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